Die Nonnen sind los - Sister Act im Theater des Westens
Virgile Virgile 24.Oct.2016

Die Nonnen sind los - Sister Act im Theater des Westens

Vor fast genau zehn Jahren debütierte das Musical um die Loungesängerin Deloris van Cartier im Pasadena Playhouse, tourte anschließend durch die Vereinigten Staaten (u.a. am Broadway), durch England, Italien, Österreich, Frankreich und auch Deutschland. Nun ist es endlich soweit und "Sister Act - ein ein himmlisches Musical" hat seine Premiere im Berliner Theater des Westens gefeiert. Die Handlung wurde aus dem gleichnamigen Film mit Whoopi Goldberg aus dem Jahre 1992 nahezu identisch übernommen:

Die Sängerin Deloris eifert im 1978er Philadelphia dem Erfolg nach, doch bekommt einfach nicht die Anerkennung, die sie ihrer Meinung nach verdient hat. Auch ihr dubioser Freund, der eigentlich mit einer anderen verheirateten Curtis, unterstützt sie nicht wirklich, macht aber viele, leere Versprechungen. Als Deloris zufällig Zeugin wird, wie Curtis einen seiner Gefolgsmänner ermordet, flüchtet sie und wird vom befreundeten Polizisten Eddie in einem Kloster versteckt.
Das Auftreten der aufgedrehten und durchgestylten Sängerin passt weder in die kirchliche Einrichtung, noch der biederen Mutter Oberin, die es ablehnt, Deloris Zuflucht zu geben, sich letztlich dann aber beugen muss. Als Sister Mary Clarence lernt Deloris nun nicht nur die anderen Nonnen kennen, sondern auch eine Menge über Freundschaft und Zusammenhalt. Denn letztlich müssen die Nonnen an einem Strang ziehen, schließlich wird Deloris noch immer verfolgt.
Gleichzeitig übernimmt sie die Leitung des schlechten Chors und hilft nicht nur dabei, das Selbstbewusstsein der Nonnen aufzupolieren, sondern auch die leeren Kirchenkassen zu füllen. Als sich dann auch noch der Papst zum Konzert anmeldet, gleichzeitig die Verbrecher aber Deloris langsam auf die Spur kommen, bricht das Chaos aus.

Das von Whoopi Goldberg selbst produzierte Musical hat einen komplett eigens von Alan Menken geschriebenen Soundtrack. Menken ist als langjähriger Komponist von etlichen Disney-Filmen und hat in seiner Karriere Oscars und Golden Globes erhalten. Jedes Lied ist in Deutsch gehalten und hat nicht nur absolutes Ohrwurmpotential, sondern fängt den Jazz und Soul der Loungeszene aus Philadelphia perfekt ein.

Die Schauspieler machen ihre Arbeit hervorragend und überzeugen durch tolle Stimmen und enormen Charme. Tatsächlich kommt auch die Comedy im Musical nicht zu kurz, es gibt etliche, sehr amüsante Szenen. Aisata Blackman spielt erstmals die Hauptrolle der Deloris und übernimmt damit den Platz von Zodwa Selele, die zuvor in Hamburg, Stuttgart und Oberhausen spielte. Als weitere Hauptbesetzungen sind in Berlin Daniela Ziegler als Mutter Oberin, Mischa Mang als Curtis und Hino Emnes als Eddie auf der Bühne.

Ein absoluter Hingucker sind nicht nur die Kulissen, sondern auch die vielen Kostüme der Darsteller. Überall glitzert es, der Glamour funkelt einem nur so entgehen. Ein besonderes Highlight sind die schnellen Kostümwechsel, die zwischenzeitlich sogar an Zaubertricks erinnern. Einmal geblinzelt, schon steht ein Charakter in vollständig anderer Kleidung auf der Bühne. So geht Show!

Sister Act ist ein Musical für Jung und Alt. Für Fans des Filmes - auch wenn man auf die bekannten Lieder verzichten muss, der neue Soundtrack ist sehr gelungen - als auch für Neueinsteiger. Ein herzensgutes Werk voller Witz und Charme und ein absolutes Highlight im Theater des Westens.

 

Weitere Informationen gibt es unter: http://www.stage-entertainment.de/musicals-shows/berlin/sister-act/show/sister-act-berlin.html

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