Urban Gardening - Die Gärten der Großstadt
Virgile Virgile 07.Aug.2017

Urban Gardening - Die Gärten der Großstadt

Den Kräutergarten auf der Fensterbank, einen Tomatenstrauch auf dem Balkon - Bewohner einer Großstadt wissen sich stets zu helfen, wenn es darum geht, sich das Leben ein wenig grüner zu gestalten. Einen anderen Weg geht man in der Metropole Berlins mit sogenannten Bürger- oder Nachbarschaftsgärten.

Willkommen beim Urban Gardening!

Unter Urban Gardening versteht man verschiedene Projekte in der gesamten Stadt, die nicht nur besonders dekorativ sind. Solche Grünflächen laden dazu ein, sich selbst an der Saat und Aufzucht diverser Nutz- und Zierpflanzen zu beteiligen, wenn man beispielsweise keine Möglichkeiten hat, einen eigenen Garten zu besitzen. Kinder können ihren grünen Daumen testen und so einiges über Pflanzen lernen, doch am Wichtigsten sind die sozialen Bindungen untereinander, die sich bilden. Man lernt neue Leute kennen, arbeitet zusammen und findet vielleicht sogar neue Freunde.

 

Urban Gardening in Berlin-Kreuzberg

Eine Großstadt wie Berlin ist voll von Gartenprojekten, die allesamt sehr unterschiedlich sind. Am Moritzplatz befindet sich beispielsweise der Prinzessinnengarten. Hier kann man nicht nur im Biergarten sitzen, einen Wein trinken und kulinarische Köstlichkeiten probieren, sondern zwischen den Kräutergärten spazieren und selbst aktiv werden. Jahrzehntelang lag die Fläche brach und verwahrloste zusehens bis 2009 Freiwillige die Fläche vom Müll befreit und dem quasi den Spatenstich für heute über 500 verschiedene Gemüse- und Kräutersorten gelegt haben, die dort auf knapp 6000 Quadratmetern wachsen.

Weitere Informationen gibt es unter prinzessinnengarten.net

 

Urban Gardening in Berlin-Neukölln

Für interkulturellen Austausch sorgen die BIO-Gärten in Kreuzberg und Neukölln, die vom türkisch-deutschen Umweltzentrum Berlins unterstützt werden. In Kooperation mit dem "Kinderbauernhof im Görlitzer Park e.V." entstand 2008 der erste Garten zur Integration von Migranten an der Wiener Straße am U Görlitzer Bahnhof. Ein knappes Jahr später wurde auf der ehemaligen Kindl-Brauerei in der Werbellinstraße im Norden Neuköllns der zweite Garten erschlossen, der sich über zirka 700 Quadratmetern erstreckt. Neben der Integration stehen die Gemeinschaft und die Verantwortung im Vordergrund, verschiedene Kulturen tauschen unterschiedliche gärtnerische Erfahrungen aus und tauschen Kontakte und Sprache aus.

Weitere Informationen gibt es unter umweltzentrum.tdz-berlin.de/index.php

 

Urban Gardening in Berlin-Prenzlauer Berg

Am sehr beliebten Mauerpark im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg befindet sich der clever benannte Mauergarten, in welchem nicht nur fleißig gepflanzt, sondern auch dem bedrohlichen Bienensterben dank solidarischer Imker und Imkerinnen entgegen gewirkt wird. Der Mauergarten wurde ab Oktober 2016 drei Jahre nach dem Start komplett umgestaltet und im Frühjahr 2017 neu eröffnet. Hier bietet es sich also an, bei einem noch recht jungen Projekt mitanzupacken und dieses mitzugestalten.

Weitere Informationen gibt es unter www.mauergarten.net

 

Urban Gardening in Berlin-Wedding

Einen Gemeinschaftsgarten ebenfalls mit interkulturellem Hintergrund gibt es im ehemalig als Arbeiterviertel bezeichneten Wedding, der sich zunehmend immer größerer Beliebtheit erfreut. Das Himmelbeet hat von April bis Oktober geöffnet und befindet sich nicht unweit vom U Leopoldplatz an der Ruheplatzstraße und lädt zum Mitgärtnern und Selberernten ein. Seit 2013 wird die ehemalige Brachfläche im Wedding beackert und trägt damit deutlich zum besseren Sozialklima im Viertel bei.

Weitere Informationen gibt es unter himmelbeet.de

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