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Immer wieder Sonntags
Ricardo Ricardo 08.Jul.2015

Immer wieder Sonntags

Es ist einer dieser Berliner Sonntage, die richtig Spaß machen: Die Sonne strahlt herrlich warm und die Menschen tun es auch, denn der Montag ist noch fern. In der Sommerzeit, wenn der Mauerpark-Flohmarkt immer wieder Sonntags seine Tore öffnet, steht der ehemalige Rangierpark der Berliner Eisenbahn Kopf. Auf der Bernauer Straße davor, wo heute die Autofahrer nur die Zweitwichtigsten sind, drängen sich die Menschen auf die andere Seite in Richtung des Eingangs. Die Luft ist leicht und die immer weiter anschwellenden Gerüche und Geräusche des nahen Flohmarkts ziehen einen unweigerlich an. Man sollte auf den Hügelkamm an der Ostseite des Parks steigen, denn besonders von hier lässt sich der beeindruckende Umfang dieses Flohmarkts ermessen. Und taucht man ein in das Labyrinth der Stände, der kleinen Workshops, die beispielsweise Hilfe bei der Fahrradreparatur anbieten, und den Street-Food-Wagen, dann fühlt man sich im Getümmel an einen fernen Ort erinnert, den man gerne einmal besuchen würde.

Hervorstechend ist vor allem das riesige Angebot: Traditionelle Flohmarktware wie das gute Porzellan der Großmutter, feine Aschenbechersammlungen und alte Lithographien von Schmetterlingen und Insekten wechseln sich ab mit den Einflüssen der kreativen Szene. Hier findet sich so ziemlich alles, was zur Zeit schick ist für die Unangepassten dieser Stadt und Welt: Selbstgefertigtes - von Batik-Kleidung, über Schmuck, Kunst, bedruckten Taschen und Beuteln bis zu Spielzeug, Vintage-Kram – die abgefahrensten Lampenschirme, die man je gesehen hat, knautschige Sessel, die vor dem inneren Auge den Charme der 50er und 60er Jahre wieder aufleben lassen, und natürlich Schallplatten und Bücher.

Die Händlerinnen und Händler sehen glücklich aus, wie sie da in der Sonne sitzen und schwatzen. Grund genug haben sie dafür wohl, denn auch um die spätere Nachmittagszeit herum, stehen die Leute noch eng an eng, die Ware inspizierend und spaßhaft über die Preise streitend, vor den Ständen.

Das Schöne an diesem Flohmarkt ist, dass er, im Unterschied zu vielen anderen Berliner Flohmärkten, direkten Zugang zu einer weitläufigen Freifläche hat. Wem es zu trubelig, zu heiß, zu bunt im Getümmel wird, der klinkt sich einfach aus und setzt sich ins weiche Gras oder aber zur mittlerweile schon legendär gewordenen Open-Karaoke-Session im "Amphitheater des Mauerparks"; ein Spektakel dass verlässlich jedes Mal hunderte Menschen anzieht. 

Dazu etwas lecker Gegrilltes und ein kühles Getränk in der Hand – so geht Flohmarkt im Mauerpark!